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Nostalgie in Blech

"Nostalgie ist die Sehnsucht nach der guten alten Zeit, in der man nichts zu lachen hatte", sagte der große französische Chansonnier Charles Aznavour einmal. Kein Wunder also, dass man sie immer öfter sieht – aus Blech gefertigte Schilder, von denen jedes ein kleines Kunstwerk ist, das nostalgische Motive und klassische Designs aus den 1920er bis 1960er Jahren wiederaufleben lässt. Und das an jedem Ort im und außerhalb nicht nur des eigenen Heims. Viele dieser humorvollen Schilder im Vintage-Charme mahnen hingegen nur mit einem Augenzwinkern zur Beachtung, verleihen nicht nur dem Zuhause eine ganz eigene, persönliche Note. Und zaubern gerade in unruhigen, schwierigen Zeiten wie heute oft ein Lächeln auf die Lippen, lassen schmunzeln – unabhängig davon, wie man die Frage beantwortet, ob früher wirklich alles besser war als heute.

Und so ist es eben auch kein Wunder, dass eine ungewöhnliche Idee aus Berlin zum internationalen Designklassiker wurde. Alte Werbeplakate auf Blech zu drucken und daraus ein Geschäftsmodell zu machen, galt Mitte der 1990er Jahre nicht unbedingt als naheliegende Idee. Doch genau damit begann 1995 die Geschichte von Nostalgic-Art. Drei Jahrzehnte später ist aus dieser Leidenschaft für klassische Werbung ein international erfolgreiches Unternehmen geworden.

Begonnen hatte alles mit einer Reise nach England und dem ersten Verkauf auf einem Straßenfest in Berlin-Tegel. Firmengründer Teja Engel hatte sich in Canterbury inspirieren lassen – nicht von der imposanten Kathedrale, sondern von einem unscheinbaren Laden. Der war zum Bersten gefüllt mit nostalgischem Krimskrams: Werbeschilder mit Cadbury-Motiven, alte Mini-Cooper-Poster, Tassen mit Typhoo-Werbung und noch viel mehr. „Ich habe dort Mitbringsel für meine Familie gekauft“, erinnert sich Engel, „und die hat sich offenbar wirklich gefreut.“ Daraus entwickelte sich Schritt für Schritt eine eigenständige Kollektion von Merchandising- und Lifestyleprodukten: dreidimensional geprägte Blechschilder, dekorative Dosen, kultige Tassen oder liebevoll gestaltete Pfefferminzdosen. „Produkte, die bewusst nicht kurzlebigen Trends folgen, sondern auf Wiedererkennbarkeit, Qualität und emotionale Wirkung setzen“, beschreibt es das Unternehmen selbst. Und: „Retro ist kein Trend, sondern ein Lebensgefühl“ – Nostalgic-Art hat den Retro-Look nicht neu erfunden, ihn aber früh als eigenständige Designrichtung aufgegriffen und konsequent weiterentwickelt."

Engel brachte die Idee aus England nach Berlin und baute gemeinsam mit seiner Frau Petra eine Marke auf, die heute zu den führenden Anbietern nostalgischer Lifestyle-Produkte in Europa zählt. Von Flohmärkten in Berlin-Reinickendorf hinaus in alle Welt, so lässt sich der Weg des Blechschilder-Herstellers beschreiben. Der Erfolg basiert auf Konsequenz: Im Design, in der Produktqualität und in der Zusammenarbeit mit starken Marken. Ein Konzept, das auch zahlreiche Lizenzpartner überzeugte und überzeugt, woraus langjährige Geschäftsbeziehungen entstanden. Zu diesen Partnern zählen unter anderem Coca-Cola, Mercedes-Benz, BMW, Harley-Davidson, Vespa, Kellogg’s, John Deere und viele mehr. Was diese Marken verbindet, sind ihre Geschichte und der Anspruch, diese visuell hochwertig weiterzuerzählen. Genau darin liegt die DNA von Nostalgic-Art, welche viele Kunden anspricht, die mit den Kreationen von Nostalgic-Art in die eigene Vergangenheit eintauchen, Erinnerungen an die eigene Kindheit, Jugend und die Zeit als junge Erwachsene wach werden lassen. Eben nostalgischen Gefühlen freien Lauf lassen, beim Anblick der alten Schilder und Gebrauchsgegenstände der oft tristen Gegenwart zumindest zeitweise entfliehen zu können. In der historischen, denkmalgeschützten Kanonenhalle der Borsig-Werke von 1916 in Berlin-Reinickendorf, einst weltweit zweitgrößter Hersteller von Dampflokomotiven, ist das Unternehmen beheimatet.

Entwickelt werden die Produkte in eben diesen denkmalgeschützten Kanonenhalle. In dem historischen Industriegebäude entstehen jährlich Hunderte neuer Motive und Produkte – entworfen mit viel Liebe zum Detail und einem feinen Gespür für Markenidentität. Das Unternehmen weist nicht ohne Stolz darauf, dass "alle Produkte zu 100 Prozent entwickelt oder gestaltet in Berlin und zu rund 50 Prozent Made in Germany sind – Nachhaltigkeit ist dabei kein Zusatz, sondern fester Bestandteil des Konzepts: recycelbare Materialien, kurze Lieferketten und rund 70 Prozent Energie aus eigenen, erneuerbaren Quellen“, erläutert der Geschäftsführer. Die Jubiläumskollektion unterstreicht diesen Anspruch: neue Motive und neue Impulse. So ist Nostalgic-Art zum 30-jährigen Jubiläum mit neuen Produkten und Motiven ins Jahr 2026 gestartet. „Unsere Produkte erzählen Geschichten, oft mit einem Augenzwinkern“, sagt Engel. „Retro ist für uns kein Rückblick, sondern eine bewusste Entscheidung für Beständigkeit. Und genau das feiern wir.“ Auch nach 30 Jahren unverwechselbar und mit klarer Handschrift unter dem Motto „We love Retro – das Original seit 1995“.

"Wie wir aus der Konsumforschung wissen, besinnen sich die Kunden in unsicheren Zeiten gerne auf Altbewährtes. Daher erfreut sich Nostalgic-Art derzeit großer Beliebtheit beim Handel ebenso wie beim Verbraucher. Teil unserer Expansionsstrategie ist der Eintritt in neue Märkte, wie zum Beispiel der PBS-Branche (Papier-, Büro- und Schreibwaren, Anm. d. Autors)", hatte Engel bereits anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums erklärt. Und hatte schon damals gleich auch noch einen Grund für die Erfolgsgeschichte seines Unternehmens mitgeliefert: „Unsere Designs vergangener Jahre wecken nicht nur Erinnerungen an die guten alten Zeiten, sie spiegeln auch das Lebensgefühl von Generationen wider. Emotionale und farbenfrohe Designs auf hochwertigen Bestsellerprodukten sind seit vielen Jahren ein fester Sortimentsbaustein erfolgreicher Einzelhändler und somit ein echter Umsatzgarant."

Der Weg zum weltweiten Erfolg war keineswegs einfach. „Die Verträge mit den Markeninhabern sind hammerhart“, sagte Engel in einem Business-Interview. Mitunter vergehen Jahre – gelegentlich fast ein Jahrzehnt –, bis eine Lizenz erteilt wird. Damit Nostalgic-Art Merchandising für Marken wie BMW oder Harley-Davidson, Mercedes-Benz oder John Deere, Coca-Cola oder Vespa tätig werden darf, werden fünf- bis sechsstellige Lizenzgebühren fällig. In manchen Verträgen nehmen sich die Lizenzgeber zudem das Recht heraus, unangemeldet vorbeizuschauen und die Bücher zu prüfen. Engel: „Und das machen die auch.“ So übergriffig das wirken mag: Geprüfte Bücher bauen Vertrauen auf. „Coca-Cola hat uns mal zum Lizenznehmer des Jahres gekürt, darauf sind wir stolz“, so Engel.

Zum 25-jährigen Firmenbestehen hatte Nostalgic-Art mit einem ebenso innovativen wie humorvollen Imagefilm für Aufsehen gesorgt. „Im Zusammenspiel mit unseren Social-Media-Aktivitäten schaffen wir somit Kundenbindung auf emotionaler Ebene, von der auch der Fachhandel profitiert. In über 50 Ländern assoziieren die Kunden den Retro und Vintage mit der Marke Nostalgic-Art“, hatte Engel seinerzeit bilanziert. Doch neben den neuen Vertriebswegen wie einem eigenen Onlineshop setzt das Unternehmen auch weiterhin auf traditionelle Formen der Werbung, beispielsweise mit einem eigenen Katalog. Der bietet neben unterschiedlichsten Blechschildern, Uhren, Thermometern oder Dosen ein buntes Ergänzungssortiment. In diesem sind auch hochwertig bedruckte Retro-Tassen als Geschenk für Fans verschiedener Themenwelten zu finden. Werbemotive und Logos von bekannten Lizenzgebern wie BMW oder Vespa zieren die Vintage-Kaffeebecher, die mit ihrer leicht abgerundeten Form angenehm in der Hand liegen und das Zeug zu echten Liebhaberstücken haben.

„Mit starken Marken, eigenen Motiven und einem klaren Blick für Design entwickeln wir Produkte mit Charakter und Wiedererkennungswert, verbinden unter dem Motto ‚We Love Retro‘ zeitloses Design mit kreativen Ideen und echter Markenleidenschaft“, formuliert es Teja Engel. Und der Erfolg gibt ihm recht: 30 Jahre nach dem Start beschäftigt die Nostalgic-Art Merchandising GmbH mehr als 40 Mitarbeiter, kommt auf einen zweistelligen Millionen-Euro-Umsatz und ist mit seinen Produkten weltweit in über 50 Ländern vertreten – ein Berliner Hidden Champion von zweifellos ungewöhnlicher Art. Der übrigens nicht nur mit seinen Kunden kooperiert, sondern auch mit diversen Museen in der ganzen Republik, von Berlin über Sinsheim bis München. „Dort sieht man unsere Produkte“, erzählt Engel mit sichtbarem Stolz. Da stört es ihn auch keineswegs, dass es „tatsächlich ein Nischenmarkt ist, in dem wir uns befinden – umso schöner, dass man Leute trifft, die Begeisterung empfinden“. Übrigens auch unter den Lesern des kult!-Schwesterblatts GoodTimes, das ein Blechschild aus dem Haus Nostalgic-Art in seinem Onlineshop präsent hat.

Fazit: Die Nostalgic-Art-Designs wecken Erinnerungen und bringen Retro-Charme in Küche, Garage oder Wohnzimmer. „Unsere Produkte sind ein Stück Markengeschichte und verkörpern Tradition, Qualität und Langlebigkeit – einerseits. Andererseits sind die Retro-Motive auch trendy und stylish. Wir schlagen damit eine Brücke zwischen Tradition und Moderne“, fasst Engel die Geschichte von 30 Jahren Nostalgic-Art knapp zusammen.

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